Notensysteme im internationalen Vergleich: Wie Schulnoten weltweit funktionieren

Schulnoten sind weltweit nicht einheitlich geregelt. Was in Deutschland eine „1" ist, kann in den USA einer „A" oder in Frankreich einer Zahl zwischen 16 und 20 entsprechen. Wer Kinder ins Ausland bringt oder Bewerbungen aus dem fremden Schulsystem vorliegen hat, muss die Notensysteme übersetzen können.

Diese Übersicht vergleicht die wichtigsten Notensysteme miteinander und zeigt, welche Umrechnungen sinnvoll sind. Wir konzentrieren uns auf die Länder, die im deutschen Alltag am häufigsten auftauchen: Deutschland, Österreich, Schweiz, USA, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Das deutsche Notensystem (1 bis 6)

In Deutschland reicht die Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Die Note 4 gilt als bestandene Schwelle, alles darunter bedeutet Nichtversetzung in der Regel. Manche Bundesländer ergänzen Dezimalstellen wie 2,3 oder 1,7, um feinere Abstufungen zu erreichen. Das ist besonders am Gymnasium und an der Universität verbreitet.

Die Bewertung erfolgt meist über Punkteaufteilungen in Klausuren, die in Noten umgerechnet werden. Das klingt einfach, wird aber kompliziert, wenn verschiedene Fächer unterschiedlich gewichtet werden oder mündliche und schriftliche Noten kombiniert werden.

Österreich: 1 bis 5

Österreich kennt fünf Noten, wobei 1 (Sehr gut) die beste und 5 (Genügend) die schlechteste bestehende Note ist. Eine 5 gilt als bestanden, in Deutschland entspricht sie eher einer 4 minus. Diese Verschiebung um eine Stufe führt immer wieder zu Missverständnissen bei der Anerkennung von Zeugnissen.

Schweiz: Noten von 1 bis 6

Die Schweiz verwendet ebenfalls eine Sechser-Skala, allerdings ist hier 6 die beste Note und 1 die schlechteste. Eine 4 ist das Bestehensminimum. Das Schweizer System ist also genau umgekehrt zum deutschen aufgebaut, obwohl beide Länder eine Sechser-Skala nutzen.

Wichtig: Schweizer Note 6 = deutsche Note 1. Schweizer Note 1 = deutsche Note 6. Diese Umkehrung wird bei der Anerkennung von Zeugnissen oft übersehen.

USA: Buchstaben A bis F

Das amerikanische System nutzt Buchstaben von A (excellent) bis F (fail). Daneben gibt es GPA (Grade Point Average), einen Zahlenwert zwischen 0 und 4. Ein GPA von 4,0 entspricht einem geraden A in allen Fächern. Internationale Universitäten rechnen ausländische Noten oft in GPA um, was wegen der unterschiedlichen Skalen problematisch ist.

Eine deutsche 1 entspricht eher einem A, eine deutsche 3 etwa einem C und eine deutsche 4 einem D. Eine deutsche 5 oder 6 gibt es im amerikanischen System kaum als bestehende Note, da F automatisch durchfällt.

Frankreich: 0 bis 20

Die französische Skala reicht von 0 bis 20 Punkten, wobei 20 fast nie vergeben wird. Eine 10 gilt als bestandene Schwelle, eine 16 bis 20 ist ausgezeichnet. Deutsche Schüler sind oft irritiert, wenn sie in Frankreich eine 14 bekommen, die eigentlich eine gute Note ist, aber nicht nach „Eins" aussieht.

Für die Umrechnung gilt grob: französische 16-20 = deutsche 1, 14-15 = deutsche 2, 12-13 = deutsche 3, 10-11 = deutsche 4, unter 10 = nicht bestanden.

Italien: 0 bis 10 oder 0 bis 100

Italien nutzt in der Schule meist Zehner-Noten, an der Universität oft eine Skala bis 110. Eine 6 ist die Bestehensgrenze, eine 10 die Höchstnote. Das Maturitätsabschlusszeugnis wird in Hundertstelnoten ausgedrückt, 100/100 ist die maximale Bewertung.

Großbritannien: A-Level und GCSE

Die britischen A-Level verwenden Buchstaben von A* bis E, wobei E noch als bestanden gilt. Unter E folgt U (unclassified). Die GCSE-Noten wurden 2017 von Buchstaben auf Zahlen (9 bis 1) umgestellt, wobei 9 die Höchstnote ist. Diese Umstellung sorgt auch in Großbritannien selbst für Verwirrung.

Warum es keine perfekte Umrechnung gibt

Keine der weltweit genutzten Skalen lässt sich linear in eine andere übertragen. Die Verteilung der Noten hängt von kulturellen Faktoren ab: In Deutschland wird eine 1 deutlich seltener vergeben als in den USA ein A. In Frankreich ist eine 20 praktisch unmöglich, während deutsche Lehrer gelegentlich 1+ vergeben.

Für die Praxis hat sich die ECTS-Gradeinteilung (European Credit Transfer System) etabliert, das Noten in A (top 10 %), B (nächste 25 %), C (nächste 30 %), D (nächste 25 %) und E (nächste 10 %) unterteilt. Das ist ein relativer Maßstab, der die Performance im Kohortenkontext angibt.

Praktische Tipps für Eltern und Studenten

Fazit

Notensysteme sind stärker kulturell geprägt, als es auf den ersten Blick scheint. Wer mit internationalen Zeugnissen arbeitet, sollte nicht versuchen, jede Note in eine deutsche 1-bis-6-Skala zu pressen. Stattdessen lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Kohorte und die relative Performance innerhalb des Systems.

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Häufige Fragen

Was ist die beste Note in Deutschland?

In Deutschland ist 1 die beste Note (sehr gut). Die Skala reicht von 1 bis 6, wobei 4 die Bestehensgrenze ist.

Wie entspricht eine amerikanische A-Note im deutschen System?

Ein amerikanisches A entspricht etwa einer deutschen 1 (sehr gut). Die exakte Umrechnung hängt von der jeweiligen Schule und Fach ab.

Welche Note gilt in Frankreich als gut?

In Frankreich gilt eine Note von 14 bis 20 als gut bis sehr gut. Eine 16 oder höher entspricht in etwa der deutschen 1.

Gibt es ein offizielles europäisches Notensystem?

Ja, das ECTS-System (European Credit Transfer System) mit den Noten A bis E ermöglicht einen relativen Vergleich innerhalb europäischer Hochschulen.